Archiv des Autors: Matthias Vogel

Vermögensverwaltung

«Nur die Performance eines Portfolios sagt so ziemlich nichts aus»

auf der Suche nach dem besten Vermögensverwalter der Schweiz

Dank der Digitalisierung setzt sich Transparenz je länger, je mehr auch in der Vermögensverwaltung durch. Mithilfe unterschiedlicher Plattformen sind Vergleiche möglich.

Mark Baer 19.04.2024, 05.30 Uhr 

Wie gut ist Ihr Vermögensverwalter? Handelt es sich bei Ihrer Bank um ein transparentes Haus, das offen zeigt, wie gut beziehungsweise wie schlecht es arbeitet? Transparenz, auch wenn es sich in der Bankenwelt noch nicht überall restlos herumgesprochen hat, wird für Vermögensverwaltungshäuser in Zukunft eines der wichtigsten Kriterien sein.

Die technologisch affine Gen Z, welche den digitalen Vergleich so gut beherrscht wie keine andere Generation vor ihr, wird je länger, je mehr dafür sorgen, dass auch Banken ihre Dienstleistungen offenherzig ins Schaufenster stellen werden.

Heute lassen die meisten Banken ihre Kundinnen und Kunden aber noch immer lieber im Dunkeln, wenn es um Rendite und um Gebühren geht. Eine Studie des VZ-Vermögenszentrums zeigt, welche Depotauszüge Transparenz bieten. Von den untersuchten 35 Schweizer Banken gelten nur bei jeder dritten Bank die Reportings als «genügend».

So weist heute praktisch keine Bank in ihrem Depot aus, wie viel Risiko ihr Asset-Management eingegangen ist, um die erreichte Performance zu erzielen. Wie stark die Profis mit der Volatilität spielen, ist aber ein ganz wichtiger Punkt für die Anlegerinnen und Anleger. Das Risiko zeigt auf, wie sich das Portfolio in verschiedenen Marktphasen schlagen wird. Je grösser das gewählte Risiko, umso höher muss Ende Jahr auch die Rendite ausfallen. Und wenn man sich für ein hohes Risiko entscheidet, ist es wahrscheinlich, dass bei hoher Volatilität einzelne Anlagen richtig zerzaust werden.

Hat man als Investor nur die Performance und vergleicht diese beispielsweise mit dem SMI oder dem Dow-Jones-Index, dann sagt das wenig darüber aus, wie gut oder schlecht die Hausbank tatsächlich gearbeitet hat. Um einen Vermögensverwalter aber wirklich mit einem anderen zu vergleichen, braucht es den relativen Vergleich. Man muss neben der Rendite auch das Risiko kennen.

Die Online-Vergleichs-Tools

Heute gibt es in der Schweiz Plattformen, die einem beim Vergleich zwischen den Anbietern behilflich sind: Der Pionier hier ist Performance Watcher, ein Tool, das Portfolios von über fünfzig Banken, Vermögensverwaltern, Family-Offices und Treuhändern einander gegenüberstellt. Die Vergleichsplattform ist vor gut zehn Jahren durch Nicholas Hochstädter fürs eigene Family-Office entwickelt worden. Heute kann sie jeder Privatanleger gratis nutzen.

Performance Watcher misst nicht nur die Rendite von Portfolios, sondern kontrolliert auch die Qualität der Performance. Basierend auf dem Netto-Portfolio-Wert und Geldzu- und -abflüssen berechnet Performance Watcher die tägliche Anlageperformance und das Risiko eines Portfolios.

Diese Daten der Performance und der Volatilität werden dann mit einer grossen Anzahl diskretionärer Kundenportfolios verglichen. Bei einem diskretionären Mandat handelt es sich um ein Portfolio, das alle wesentlichen Anlageklassen wie Aktien, Cash oder Obligationen enthält und von einer Bank im Auftrag einer Kundin oder eines Kunden verwaltet wird. Dabei wird die Kundschaft bei den konkreten Anlageentscheidungen nicht laufend einbezogen.

Alle Daten auf der Plattform erhält Performance Watcher vollständig anonymisiert. Sie kommen über Schnittstellen von Banken herein oder direkt von Bankkunden. «Durch direkte Datentransfers von Endkunden verfügen wir in unserem Ökosystem auch über Portfoliodaten von UBS, Julius Bär sowie von verschiedenen weiteren Banken, die uns nicht direkt mit Daten versorgen», erklärt Marc Lussy. Der 53-Jährige zeichnet für Performance Watcher für den Deutschschweizer Markt verantwortlich und ist in der Branche vor allem als Fintech-Berater bekannt.

Von über tausend Mid-Risk-Portfolios hat das beste Mandat auf Performance Watcher im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent zugelegt, während das schlechteste eine Minus-Performance von 0,7 Prozent verzeichnete. «Nur die Performance eines Portfolios sagt aber so ziemlich nichts aus», meint Lussy.

Jener Vermögensverwalter, der 2023 ein Plus von 7,5 Prozent verzeichnen konnte, sei möglicherweise ein viel zu hohes Risiko eingegangen und habe dank aufstrebenden Märkten einfach «Glück gehabt». Gut möglich, dass ein solcher Asset-Manager ein Jahr später mit einem deftigen Minus abschliesse. Wenn die schlechteste Performance des vergangenen Jahres allerdings mit einem sehr tiefen Risiko erreicht worden sei, könne es sich tendenziell auch um ein gut gemanagtes Portfolio handeln, schlussfolgert der Experte.

Preis und Unabhängigkeit zählen

Die Plattform Zwei Wealth führt einmal pro Jahr einen Renditevergleich von Banken und Vermögensverwaltern durch. Hierbei reichen die Häuser allerdings ihre eigenen Daten ein. Überprüfbar sind diese nicht. Eine Rangliste der Erhebung gibt es nicht, da die Daten von den Banken unter der Bedingung geliefert werden, dass sie nicht mit dem Namen versehen publiziert werden. «Die Publikation der Namen der Banken würde zudem ein falsches Bild vermitteln, als ob es den besten Vermögensverwalter gäbe», erklärt der Zwei-Wealth-CEO Patrick Müller. Diesen gebe es aber nicht, es gebe allerdings eine Menge Topmanager, die systematisch gute Arbeit leisteten.

Die Idee von Zwei Wealth ist, dass man auf der Plattform ab einem Vermögen von 1 Million Franken sein eigenes Wealth-Office finden kann. Dieses regelt für Personen, Gruppen oder Institutionen die Vermögensangelegenheiten.

Auch Finguide vergleicht die Kosten und Renditen von Schweizer Vermögensverwaltern und Banken. Um Kennzahlen zu erhalten, werden die Banken von der Plattform befragt. «Im Grundsatz vertrauen wir den Aussagen unserer Partner, aber einiges überprüfen wir auch, zum Beispiel die angegebenen Performances», erklärt der Finguide-Geschäftsführer Matthias Hunn. Wie auf Performance Watcher werden die Renditen der Portfolios mithilfe von Bankausweisen von Kundinnen und Kunden getrackt.

Aus diesen ausgewählten Anbietern versucht Finguide den richtigen Vermögensverwalter zu finden. «Unser Algorithmus identifiziert für jede Kundin und jeden Kunden die vier bis fünf am besten passenden Anbieter», sagt Hunn. Nach einer Beratung entscheidet sich der Kunde dafür, zwei Unternehmen beziehungsweise deren Berater persönlich kennenzulernen.

Als wichtigstes Kriterium bei der Wahl der Bank bezeichnet Hunn die Gesamtkosten, gleich danach folgen transparente und einfach verständliche Preise. Am drittwichtigsten sei eine hohe Rendite, und als Auswahlkriterium an vierter Stelle bei der Suche eines Vermögensverwalters stehe bei den über tausend befragten Finguide-Userinnen und -Usern eine unabhängige Beratung.

Welches sind die teuersten Banken?

Aus der Sicht von Benjamin Manz, Geschäftsführer der Vergleichsplattform Moneyland, sind die Gebühren bei der Wahl des richtigen Vermögensverwalters tatsächlich sehr wichtig, da sie die erwirtschaftete Performance «zuverlässig schmälern».

Zu den wichtigsten Gebühren gehören regelmässig anfallende Mandatsgebühren und sogenannte TER (Total Expense Ratio) der eingesetzten Fonds. Am meisten Gebühren heischen laut dem 43-Jährigen manche Privatbanken. Diese publizierten die Vermögensverwaltungskosten häufig auch gar nicht. «Am günstigsten sind meistens digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors», sagt der Moneyland-Chef.

Manz wünscht sich Transparenz in jeder Hinsicht – was Preisstruktur, Produkte, Personen und das Geschäftsmodell angeht. So empfehle es sich auch, darauf zu achten, dass die Bank keine teuren und intransparenten Produkte einsetze. Ein weiterer wichtiger Tipp von Manz ist, dass man nicht alle Dienstleistungen bei einer einzigen Bank beziehen sollte. «Es ist in der Regel sinnvoller, unterschiedliche Dienstleistungen wie Säule 3a, Trading, Vermögensverwaltung, Sparkonten, Kreditkarten usw. bei den jeweils besten und günstigsten Banken und Anbietern separat zu beziehen.»

Der perfekte Match

Schliesslich ist auch Finfinder eine unabhängige Plattform, die Anleger bei ihrer Suche und Auswahl von Finanzberatern unterstützt. Derzeit sind auf dem Portal über 270 Finanzcoachs in der Deutschschweiz registriert. «Wir wissen aus Erfahrung, dass es viele Menschen gibt, die Fragen zu ihren Finanzen haben, sich aber nicht an ihre Bank oder ihren Berater wenden, da sie aus verschiedensten Gründen viele Hürden sehen», sagt der Mitgründer Ati Tosun.

Auf seiner Plattform geht es ein wenig wie auf Tinder zu und her. Für die Klientel werden sympathische und vertrauensvolle Beraterinnen und Berater gesucht. Bei vielen Banken habe man heute nicht mehr einen fix zugeteilten Berater. «Viele Menschen wollen aber einen persönlichen Ansprechpartner, den sie gemäss ihren persönlichen Kriterien ausgewählt haben», so erklärt Tosun das Konzept seiner Plattform. Gesucht werde der perfekte Match. «In Kundeninterviews hören wir, dass es oft an diesen Soft-Faktoren liegt, wenn die Beziehung nicht optimal ist.» Und wenn es schon an der Kommunikation scheitere, dann werde der Kunde den Kontakt mit seinem Berater meiden beziehungsweise auf ein Minimum reduzieren.

Wie die anderen Plattformen bezeichnet sich auch Finfinder als absolut unabhängig. Die Plattform werde nicht über Leads oder Abschlussprovisionen entschädigt. Die registrierten Finanzberaterinnen und Finanzberater zahlen eine Jahrespauschale für die Teilnahme auf der Plattform. Gefragt sind laut Tosun vor allem unabhängige Beraterinnen und Berater. Diese erhielten 1,5-mal so häufig Kontaktanfragen wie Berater von Banken und Versicherungen.

Der Druck auf die Schweizer Banken und Vermögensverwalter erhöht sich mit diesen verschiedenen Plattformen laufend. «Viele Finanzdienstleister haben immer noch Angst, die Hose herunterzulassen», sagt Adriano Lucatelli, CEO des Robo-Advisors Descartes. Es würden noch immer tausend Erklärungen abgegeben, weshalb man dieses Risiko und jene Performance nicht miteinander vergleichen könne.

Aber auch wenn sich Banken und Vermögensverwalter immer noch schwertun mit dem Thema Transparenz, glaubt Lucatelli, dass in Zukunft mehr und mehr Häuser «zur Vernunft» kommen würden. «Dass man nicht immer der Beste sein kann, versteht der Kunde.» Es gebe keinen Grund, die Performance und das Risiko nicht offenzulegen.

https://www.nzz.ch/finanzen/wie-findet-man-den-besten-vermoegensverwalter-ld.1824671

Nur noch 15 Prozent können sich ein Eigenheim leisten

Publiziert: 11.04.2024, 13:13

Ein durchschnittlicher Haushalt kann sich aktuell nur noch in knapp einem Viertel aller Wirtschaftsregionen eine 4,5-Zimmer-Eigentumswohnung leisten. Die neue Studie der UBS zeigt die aktuellen Entwicklungen bei Wohneigentum um Mietwohnungen auf.

Die UBS rechnet mit einem nachlassenden Preisanstieg für Eigenheime. Insgesamt dürften die Preise für Wohneigentum im laufenden Jahr um 1,3 Prozent steigen, schätzte die Bank in einer Immobilienstudie.

Konkret dürften Eigentumswohnungen um 1,5 Prozent teurer werden und Einfamilienhäuser um 1,0 Prozent, sagte UBS-Immobilienspezialist Thomas Rieder am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich. Hier machten sich die Leitzinserhöhungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bemerkbar. Damit hat sich der Preisauftrieb abgeschwächt.

Im vergangenen Jahr kletterten die Preise von Eigentumswohnungen im Schweizer Durchschnitt um 3,5 und von Einfamilienhäusern um 2,5 Prozent, sagte Rieder weiter.

Eigenheime teurer als mieten

Mittlerweile sind die Wohnkosten von Eigenheimen höher als bei Mietwohnungen. 2023 betrug dieser Aufschlag 10 Prozent. Noch 2021 war die Nutzung einer durchschnittlichen Eigentumswohnung um 20 Prozent billiger gewesen als bei einer Mietwohnung.

Dieser Unterschied dürfte sich im laufenden Jahr 2024 gegen Null bewegen, sagte Rieder. Denn einerseits dürften die Mieten stärker steigen als die Preise für Eigenheime. «Bei den Angebotsmieten rechnen wir mit einem Plus von 2,5 Prozent, bei Bestandesmieten von 3 Prozent», sagte der UBS-Ökonom.

Zudem würden die Nutzungskosten als Folge der Leitzinssenkungen durch die SNB abnehmen. «Nach der ersten Leitzinssenkung im März ist mit zwei weiteren Zinsschritten zu rechnen. Damit werden sie – auch ohne Preissteigerung – gegenüber Mietwohnungen wieder attraktiver», erklärte Rieder.

Nutzungskosten massiv gestiegen

In den letzten Jahren hatte der Zinsanstieg zwischen Mitte 2021 und Anfang 2023 die Nutzung von Eigenheimen massiv verteuert. So betrugen im Jahr 2021 die laufenden Kosten (Hypothekarzinsen, Unterhalt, Eigenmietwert) für eine damals zum Medianpreis von 800’000 Franken gekaufte Eigentumswohnung geschätzt knapp 17’000 Franken pro Jahr. «Aktuell sind es mit 26’000 Franken gut 50 Prozent mehr», hiess es in der Studie.

Gleichzeitig ist diese Medianwohnung auch teurer geworden. Der Medianpreis sei inzwischen auf 880’000 Franken gestiegen. Deshalb seien beim Kauf zudem 16’000 Franken mehr Eigenmittel einzuschiessen.

Das Ziel Eigenheimerwerb rückt für immer mehr Haushalte in weite Ferne. Denn um die Tragbarkeitsregeln zu erfüllen, «benötigt ein Haushalt derzeit ein jährliches Bruttoeinkommen von gut 150’000 Franken – also deutlich mehr als das mittlere Haushaltseinkommen von rund 115’000 Franken», erklärte Rieder.

Viel weniger können sich Wohneigentum leisten

Aktuell können sich schätzungsweise noch 15 Prozent aller Haushalte ein Medianobjekt leisten. Das sind noch 660’000 Haushalte, schätzt die UBS. Vor 20 Jahren waren es noch rund 60 Prozent aller Haushalte gewesen.

Ein durchschnittlicher Haushalt kann sich aktuell nur noch in knapp einem Viertel aller Wirtschaftsregionen der Schweiz eine 4,5-Zimmer-Eigentumswohnung zum Medianpreis leisten. Am ehesten ist dies noch in den Mittelland-Regionen Grenchen, Thal und Oberaargau der Fall. Dort würden weniger als 100’000 Franken Bruttoeinkommen für den Eigenheimerwerb ausreichen, stellte die Studie fest.

«In den Grosszentren und ihren unmittelbaren Agglomerationen hingegen ist für ein Medianobjekt je nach Region das Doppelte oder sogar Dreifache des Schweizer Medianeinkommens notwendig.» Deshalb bleibt immer mehr Haushalten mit Wunsch nach den eigenen vier Wänden nur die Option, in eine preisgünstigere Region an eine dezentrale Lage abseits der Grosszentren zu ziehen.

So gab es die stärksten Preisanstiege im vergangenen Jahr in Graubünden und im Oberwallis. Auch in der Ostschweiz und im Kanton Freiburg verteuerten sich die Eigenheime überdurchschnittlich.

Grossstädte mit tiefsten Preisanstieg

Am anderen Ende der Skala lagen die Grossstädte. In den Regionen Genf und Basel sanken die Preise sogar leicht.

Allerdings dürften im nächsten Jahr die Preise wieder stärker anziehen. Die Wohnungsknappheit, tiefere Finanzierungskosten als Folge gesunkener Leitzinsen und eine Erholung der Konjunktur könnten 2025 wieder für eine stärkere Preisdynamik sorgen, erklärte die UBS.

https://www.tagesanzeiger.ch/ubs-immobilienmarktstudie-nur-noch-15-prozent-koennen-sich-eigenheim-leisten-949851245434

Angst vor Aktien kostet Schweizer und Deutsche viel Wohlstand

Die Börse boomt, doch Schweizer und Deutsche profitieren kaum. Sie gehören weltweit zu den grössten Aktienmuffeln. Besser machen es die Norweger, die riesige Gewinne einfahren.

Albert Steck 03.04.2024, 05.30 Uhr

Eine simple Entscheidung hat Norwegen einen gigantischen Wohlstand beschert. Im Jahr 1996 investierte das Land erstmals einen Teil der Erdöleinnahmen in Aktien. Heute verdienen die Bürgerinnen und Bürger dank diesem Staatsfonds massenhaft Geld – allein im letzten Jahr gab es einen Rekordgewinn von 200 Milliarden Euro.

Bereits beläuft sich das Fondsvolumen auf sagenhafte 1500 Milliarden Euro. Wovon die Ölgelder aber nur noch einen Drittel ausmachen. Der grösste Teil des Wohlstands stammt von der Börse. Dank einer jährlichen Rendite von über 6 Prozent.

Aktien machen reich. Wenn die Norweger davon profitieren können, so müsste dies auch bei uns funktionieren. Doch weit gefehlt: Die Schweizer Privathaushalte bunkern ihre Ersparnisse zum allergrössten Teil auf dem Konto. 930 Milliarden Franken erreichen die gesamten Bankeinlagen und Bargeldreserven gemäss der Statistik der Nationalbank – pro Kopf sind das mehr als 100 000 Franken. Ein sicheres Verlustgeschäft: Denn die Inflation liegt deutlich über den mageren Sparzinsen.

Fast nirgendwo in der westlichen Welt werden Aktien dermassen verschmäht wie in der Schweiz und in Deutschland. Das verdeutlicht eine Rangliste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): In der Schweiz investieren die Haushalte nur gerade 13 Prozent des finanziellen Vermögens in Aktien. Noch tiefer ist dieser Anteil in Deutschland mit 12 Prozent.

Welch ein Kontrast zum Anlageverhalten der Amerikaner und Skandinavier: Dort halten die Haushalte knapp 40 Prozent des Finanzvermögens in Aktien. Selbst die Franzosen, die nicht als glühende Kapitalisten gelten, kommen auf einen Anteil von 24 Prozent.

Aktien? Nein danke!

Der Börsenboom gibt den Aktienanlegern recht. Der amerikanische Index S&P 500 hat sich seit Anfang 2010 glatt versechsfacht. Beim deutschen DAX hat sich der Einsatz immerhin verdreifacht. Doch hierzulande scheinen diese Erfolge kaum zu interessieren. Zu tief verankert ist die Skepsis gegenüber der Börse. Lieber behalten die Leute ihre Ersparnisse auf dem Konto, so wie sie dies schon immer getan haben.

Auch die Finanzministerin Karin Keller-Sutter ist diesbezüglich «absolut konservativ», wie sie selbst sagt. Kürzlich verriet sie der «NZZ am Sonntag», sie habe ihr privates Geld auf dem Sparbuch angelegt. Ihre Begründung lässt aufhorchen: «Wenn man Anlagen tätigen will, muss man Zeit haben. Und diese Zeit habe ich nicht.»

Wenn selbst die Finanzministerin ein solch antiquiertes Bild der Geldanlage pflegt, so ist es höchste Zeit für etwas Aufklärung. Zunächst einmal: Der Aktienmarkt hat in den letzten Jahrzehnten einen eindrücklichen Prozess der Demokratisierung durchlaufen. Dank dem Internet kann der Anfänger heute praktisch eine gleich hohe Rendite erzielen wie der Profi.

Gleich lange Spiesse für alle

Relevante Nachrichten zu den Finanzmärkten verbreiten sich innert Sekunden rund um den Globus. Es ist daher kaum noch möglich, einen Informationsvorsprung zu erreichen. Dies hat zum Aufschwung von Indexanlagen geführt, die ein bestimmtes Marktsegment eins zu eins abbilden. Diese passiven Indexprodukte sind kostengünstig, zudem übertreffen sie oftmals die Performance von aktiv verwalteten Fonds.

Ein Mangel an Zeit oder Wissen ist daher keine überzeugende Rechtfertigung, um der Börse fernzubleiben: Mit einem einzigen Mausklick kann man eine Anlage kaufen, die sämtliche Schweizer Aktien oder den weltweiten Aktienmarkt umfasst. Auch den norwegischen Staatsfonds zu kopieren, ist kein Kunststück und braucht wenig Zeit: Mit einer Handvoll Indexprodukten lässt sich die Zusammensetzung des Fonds zuverlässig nachbilden.

Skeptiker wenden gerne ein, die Börse sei mit grossen Risiken verbunden. Hartnäckig hält sich das Klischee, wer in Aktien investiere, sei ein Zocker. Dagegen seien Schweizer und Deutsche eben besonders vorsichtige Anleger. Dieses Argument blendet allerdings aus, dass diese Sicherheit einen hohen Preis hat, der sich auf lange Frist selten lohnt.

Denn viele Anleger machen den Fehler, dass sie die Entwertung des Geldes unterschlagen. Effektiv war der reale, inflationsbereinigte Sparzins in den 1960er, 1970er wie auch in den 2000er Jahren negativ. Angesichts der hohen Staatsverschuldung dürfte die Teuerung auch in den nächsten Jahren klar über dem Zins liegen.

Realwerte wie Aktien können vor dieser schleichenden Enteignung schützen. Zwar stimmt es, dass die Börsenkurse kurzfristig stark schwanken. Doch wer seine Anlage mindestens zehn Jahre hält, erzielt fast immer einen Gewinn. Selbst nach Abzug der Inflation haben Schweizer Aktien über die letzten hundert Jahre eine annualisierte Rendite von 5 bis 6 Prozent erreicht.

Spielwiese der Grosskapitalisten?

Weitere Vorbehalte gegen die Aktien sind ideologischer Natur. Demnach wird die Börse als Hort der Hochfinanz gesehen. In dieser Lesart steuert eine Clique von Grosskapitalisten das Geschehen an den Finanzmärkten – während dem Kleinanleger die Rolle des Statisten obliegt. Sind nicht auch bei der gescheiterten Credit Suisse die Publikumsaktionäre regelmässig von den dominierenden ausländischen Eignern überstimmt worden?

Zunächst: Börsenkotierte Unternehmen haben viel grössere Pflichten zur Transparenz als solche, die privat gehalten werden. Somit sind sie für die Öffentlichkeit besser kontrollierbar. Gerade die Schweiz wird weltweit bewundert für ihren Schatz an erstklassigen kotierten Firmen: Mit einer Einwohnerzahl, die lediglich ein Promille der globalen Bevölkerung ausmacht, erreichen diese Konzerne ein Gewicht von 2,4 Prozent am globalen Aktienmarkt.

Umso mehr erstaunt es, dass die hiesigen Sparer zaudern. Dagegen greifen ausländische Investoren noch so gerne zu. Ein Grund für den Niedergang der Credit Suisse lag denn auch in der grossen Macht der ausländischen Eigner, etliche von ihnen aus dem arabischen Raum, welche schliesslich über 80 Prozent der Firmenanteile besassen. Sie liessen das Management an der langen Leine, während die Kritik an der CS-Führung primär von inländischen Aktionären wie der Anlagestiftung Ethos stammte.

Eine breitere Streuung des Aktionariats im Inland würde also nicht nur die Wurzeln der Schweizer Wirtschaft stärken. Ebenso würde der vermeintliche Gegensatz zwischen dem Volk und den Firmen entschärft. Auch eine Aktionärsdemokratie lebt davon, dass die Leute sich beteiligen. Zumal der Zugang zur Börse keineswegs einer reichen Elite vorbehalten ist: Bei manchen Banken beträgt der Mindestbetrag für einen Fondssparplan lediglich 20 Franken. Ganz anders beim Wohneigentum: Kaufen kann hier nur, wer eine sechsstellige Summe an Eigenkapital mitbringt.

Besonders jene, die für den sozialen Ausgleich einstehen, müssten folglich eine stärkere Aktienkultur propagieren. Das gilt erst recht vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung. Durch ihre langfristige Ausrichtung eignen sich Aktien geradezu ideal für die Finanzierung der Renten. Völlig quer in der Landschaft steht daher die Forderung, welche die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran kürzlich lancierte: Sie will den Lohnabzug für die Pensionskassen kürzen und dieses Geld stattdessen in die AHV umleiten.

Aktien finanzieren die Rente

Auch für Badran sind Aktien offenbar des Teufels. Dabei übersieht sie allerdings, dass die Schweizer Pensionskassen mit ihren Kapitalanlagen über die letzten fünfzehn Jahre einen kumulierten Gewinn von 350 Milliarden Franken erzielt haben. Obwohl deren Aktienanteil mit 30 Prozent eher tief ausfällt, derweil der norwegische Staatsfonds zu 70 Prozent in Aktien investiert ist.

Somit vermag das Zwangssparen in der Pensionskasse die Aktienphobie der Schweizerinnen und Schweizer wenigstens ein bisschen zu kompensieren. Laut den OECD-Daten erreicht dieses Guthaben 34 Prozent des Finanzvermögens der privaten Haushalte. Auf einen ähnlichen Anteil kommen die USA sowie die skandinavischen Länder. Auch hier fällt Deutschland ab, wo Pensionsfonds lediglich 15 Prozent des Vermögens ausmachen.

Deutschland sollte all jenen, welche wie Badran die Pensionskassen schwächen wollen, eine Warnung sein. Die Kosten der staatlichen Altersvorsorge laufen gefährlich aus dem Ruder, obwohl die Lohnbeiträge schon heute hohe 18,6 Prozent betragen und der Staat zusätzliche 100 Milliarden Euro pro Jahr einschiesst. Erst jetzt springt die deutsche Regierung über ihren Schatten und lanciert eine Aktienrente, in die sie jährlich 12 Milliarden investieren will.

Eine solch mickrige Summe dürfte in Norwegen höchstens Mitleid erregen. Während die Deutschen darauf hoffen, ab 2036 einen jährlichen Ertrag von 10 Milliarden aus der Aktienrente zu erzielen, kommt der norwegische Staatsfonds schon heute jeden Monat auf einen solchen Gewinn.

Von Norwegen zu lernen, bedeutet keine Hexerei. Für die Politik lautet die Lektion, das kapitalgedeckte Vorsorgesparen besser zu fördern. In der Pflicht stehen ebenso die privaten Haushalte: Wer trotz langfristigem Anlagehorizont keine Aktien hält, sollte dringend über die Bücher. Mit fleissiger Arbeit Wohlstand zu erlangen, ist das eine. Doch sollte man das geschaffene Vermögen auch einigermassen klug verwalten.

https://www.nzz.ch/meinung/die-aktienphobie-macht-uns-aermer-darum-investiert-endlich-an-der-boerse-ld.1823190?mktcid=smsh&mktcval=LinkedIn

An den Finanzmärkten investierte Vorsorgegelder sind konkursrechtlich besser geschützt

Montag, 25. März 2024 – Benedikt Lustenberger

Wer bei der Säule 3a oder mit den Freizügigkeitsgeldern keine grossen Risiken eingehen will, entscheidet sich meist für ein Sparkonto. Dort ist das angesparte Vermögen nicht dem Auf und Ab der Finanzmärkte ausgesetzt und kann über die Jahre dank Zins und Zinseszins anwachsen. Doch die Annahme, dass das die sicherste Form des 3a-Sparens sei, ist ein Trugschluss.

Gelder auf einem 3a- oder Freizügigkeitskonto werden der Vorsorge zugerechnet und sind daher anders als reguläre Sparkonten nicht dem Einlegerschutz unterstellt. Im Konkursfall sind diese Gelder also nicht vollumfänglich geschützt. Säule-3a- und Freizügigkeitsgelder bis 100’000 Franken sind lediglich konkursrechtlich privilegiert, das heisst, sie werden der zweiten statt der dritten Konkursklasse zugeteilt und damit ausbezahlt, bevor andere Gläubiger an der Reihe sind. Vermögensbestandteile über 100’000 Franken sind konkursrechtlich nicht speziell geschützt.

Konkursrechtlich bessergestellt sind 3a- und Freizügigkeitsgelder, die an den Finanzmärkten investiert sind. Sie befinden sich ausserhalb der Bilanz von Finanzinstituten und laufen daher nicht Gefahr, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Teil der Konkursmasse zu werden.Benedikt Lustenberger, Projektmanager, PensExpert

Insbesondere bei Freizügigkeitsvermögen ist dieser mangelnde Schutz problematisch, denn diese übersteigen den Schwellenwert von 100’000 Franken öfter als Säule-3a-Gelder. Der Grund dafür: Beispielsweise bei einer Scheidung oder einem freiwilligen oder unfreiwilligen Erwerbsunterbruch werden die teilweise über Jahrzehnte angesparten Pensionskassengelder in eine Freizügigkeitslösung überwiesen. Bei der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit müssen diese dann wieder in die Pensionskasse des neuen Arbeitgebers einbezahlt werden. Bei Selbstständigerwerbenden übersteigt selbst das Säule-3a-Vermögen die 100’000-Franken-Grenze oft. Pro Jahr können sie bis zu 35’280 Franken in ihre Säule 3a einzahlen – das ist fünfmal mehr, als Angestellte mit einem Pensionskassenanschluss jährlich maximal in die gebundene Selbstvorsorge einzahlen können.

Investierte Gelder sind sicherer
Konkursrechtlich bessergestellt sind 3a- und Freizügigkeitsgelder, die an den Finanzmärkten investiert sind. Sie befinden sich ausserhalb der Bilanz von Finanzinstituten und laufen daher nicht Gefahr, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit Teil der Konkursmasse zu werden. Die Eigentümerin oder der Eigentümer dieser Wertschriften kann also jederzeit darauf zugreifen und bleibt in deren Besitz. An den Börsen investierte Vorsorgegelder sind zudem nicht zwingendermassen einem hohen Wertschwankungsrisiko ausgesetzt, wie das beispielsweise bei Aktien möglich ist. Geldmarktfonds – ebenfalls Wertschriften – bieten Anlegenden die Möglichkeit, ihr Geld zu attraktiven Zinsen anzulegen – und zwar ohne grosse Risiken einzugehen. Der Geldmarkt dient in erster Linie dem Liquiditätsausgleich zwischen Zentralbanken und Banken. Geldmarktanlagen zeichnen sich durch eine Laufzeit von maximal einem Jahr aus, wodurch sie sich rasch an Änderungen des Zinsniveaus anpassen können. Zudem fällt der Einfluss von Zinsänderungen auf den Preis der Instrumente nur geringfügig aus. Das macht sie zu einer guten Alternative zum klassischen Sparkonto in einer Säule-3a oder Freizügigkeit.

Steigende Nachfrage nach Geldmarktfonds
Die Rendite von Geldmarktanlagen liegen sehr nahe beim von der Zentralbank definierten Leitzins. Da dieser in den vergangenen Jahren unter null lag, waren Geldmarktfonds auch keine attraktiven Investments, ein Verlust war garantiert. Nun, da die Leitzinsen angehoben wurden, um die Inflation in den Griff zu bekommen, sind auch Geldmarktanlagen wieder in die Gunst der Anlegenden gekommen. Besonders attraktiv sind Geldmarktfonds im Vergleich zu Sparkonten. Deren Zinsen liegen nach wie vor weit unter dem von der Schweizerischen Nationalbank gesetzten Leitzins von aktuell 1,75 Prozent. Die Rendite von Geldmarktfonds jedoch lag bereits im Sommer 2023 bei 1,7 bis 2 Prozent. Dazu kommt, dass Geldmarktanlagen in aller Regel sehr gute Ratings haben und Anlegende ein entsprechend kleines Risiko haben, ihre Ersparnisse zu verlieren. In der Schweiz gibt es nur einige Kantonalbanken mit einem AAA-Rating, deren Sparkonten ein besseres Rating als Geldmarktfonds haben.

https://theonliner.ch/25-3-2024/freiz%C3%BCgigkeitsverm%C3%B6gen-die-an-den-finanzm%C3%A4rkten-investiert-sind-sind-gegen%C3%BCber-der-sparkonto-l%C3%B6sung-konkursrechtlich-besser-gesch%C3%BCtzt

Rente oder Kapital? So entscheiden Sie richtig

Rente oder Kapital? So entscheiden Sie richtig

Immer mehr Pensionierte beziehen ihr Altersguthaben auf einmal statt als Rente. Wir sagen, für wen sich das lohnt.

Martin Müller
Veröffentlicht am 8. März 2024 – 06:00 Uhr,

Rund 13 Milliarden Franken: So viel Geld haben die Schweizer Pensionskassen im Jahr 2022 an ihre Versicherten als Kapital ausbezahlt. 54’273 Menschen haben sich ihr Altersguthaben auszahlen lassen, statt eine monatliche Rente zu beziehen. Im Schnitt rund 240’000 Franken pro Person. Das zeigen die neusten verfügbaren Zahlen des Bundesamts für Statistik.
Im Vergleich zum Vorjahr sind das über 15 Prozent mehr Kapitalbezügerinnen und -bezüger. Und sogar mehr als doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Die monatliche Rente der Pensionskasse (PK) ist zwar immer noch die beliebteste Form – der Anteil der Kapitalbezüger beträgt jedoch bereits mehr als ein Drittel. Weitere 20 Prozent entscheiden sich für eine Mischform.

Das spricht für den Kapitalbezug

Warum steigt die Zahl der Kapitalbezüger? Schliesslich ist die Rente weiterhin die sicherste und bequemste Form, sein angespartes Altersguthaben zu beziehen. Drei Gründe sind wichtig:

  1. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt insgesamt, darum ist es folgerichtig, wenn auch die reine Anzahl derjenigen steigt, die das Kapital beziehen.
  2. Die Rente wird immer unattraktiver, je tiefer der Umwandlungssatz (UWS) fällt. Bei einem UWS von unter 5 Prozent ist es für viele verlockend, das ganze Geld auf einmal zu beziehen, es selber anzulegen und davon zu zehren.
  3. Der Kapitalbezug ist steuerlich gesehen attraktiver, es bleibt unter dem Strich mehr Geld zum Leben übrig.

Es sind vor allem zwei Gruppen, die das Kapital beziehen: jene mit einem besonders tiefen Alterskapital und jene mit einem besonders hohen. Wer irgendwo im mittleren sechsstelligen Bereich ist, wählt mehrheitlich die Rente.

Warum? Wer jahrelang Teilzeit gearbeitet oder sich um die Kinder gekümmert hat, hat oft nur eine verhältnismässig kleine Summe in der Pensionskasse. Und das heisst: eine sehr bescheidene Rente. Wenn man im Pensionsalter 40’000 Franken in der PK hat, resultiert daraus bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent eine Rente von 2720 Franken jährlich oder 227 Franken pro Monat. Vielen erscheint das als so wenig, dass sie lieber das Kapital auf einmal beziehen. Sie machen ihr Budget nur mit der AHV (und allenfalls der Rente des Partners) und setzen die einmalige Kapitalauszahlung für Ferien oder andere Extras ein.

Das spricht für die Rente

Im Grundsatz ist diese Überlegung richtig. Aber: Gerade wenn das Budget knapp ist, spielen 100 oder 200 Franken eben doch eine Rolle. Sie können Ende Monat darüber entscheiden, ob das Leben finanziell erträglich ist oder nicht. Dazu kommt: Die Rente ist garantiert bis ans Lebensende. Das sorgt für Sicherheit und Planbarkeit im Budget. Je knapper das Budget ist, desto wichtiger sind diese Faktoren. Daher sollte diese Entscheidung, die nicht rückgängig gemacht werden kann, gut überlegt, seriös kalkuliert und im Zweifelsfall auch mit einer Fachperson besprochen werden.

Das spricht für eine Mischung aus beidem

Die ideale Lösung wäre in den meisten Fällen eine andere, nämlich eine Mischung aus Rente und Kapital. Das geht so: Man ermittelt anhand eines Budgets, wie hoch im Rentenalter die Fixkosten (Miete, Ernährung, Krankenkasse et cetera) sein werden. Davon zieht man die voraussichtliche AHV-Rente ab. Die Differenz sollte von der PK-Rente gedeckt werden. Welchen Anteil des ganzen PK-Geldes man für diese Monatsrente einsetzen muss, lässt man sich von der PK ausrechnen. Den Rest bezieht man als Kapital; er dient dazu, Luxus wie Ferien zu finanzieren.

Damit diese Rechnung aufgeht, braucht es aber in der Regel einen mittleren sechsstelligen Betrag in der PK. Das schaffen längst nicht alle. Je nach individuellem Budget und je nachdem, wie viel Erspartes man sonst noch hat, kann aber auch eine tiefere PK-Summe ausreichen.

Das muss man zum Kapitalbezug wissen

Warum viele Anleger umfassend beraten werden wollen

Die meisten Deutschen sind überfordert mit dem Thema Geldanlage. Sie wollen Sicherheit, sparen zu viel und investieren zu wenig. Gleichzeitig sind sie unzufrieden mit den Ergebnissen und wollen mehr gute Beratung.

13.03.2024 | 07:30 Uhr von «Matthias von Arnim»

Geht es darum, zu eruieren, ob und wie sich die Deutschen für das Thema Geldanlage interessieren, sind die Ergebnisse vorhersehbar. Man fühlt sich unwillkürlich an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Es ist wie verhext. Männer halten sich für die besseren Anleger, Frauen trauen sich zu wenig zu, alle Befragten wollen mehr Sicherheit und mehr Rendite. Aber kaum jemand hat eine Strategie, geschweige denn Ahnung, wie man überhaupt Geld am Kapitalmarkt anlegt. Denn finanzielle Bildung ist in Deutschland nach wie vor kaum vorhanden. So oder ähnlich kann man auch die Umfrageergebnisse der aktuellen Anlegerstudie zusammenfassen, die das Markt- und Meinungsforschungs-Institut Ipsos im Auftrag der Commerzbank in Deutschland durchgeführt hat. Die gute Nachricht für die Finanzbranche lautet aber immerhin: Jeder Fünfte wünscht sich eine umfassende Anlageberatung.


Die Studienergebnisse im Überblick

Die Deutschen legen gern Geld zurück. 70 Prozent der Menschen sparen regelmäßig. Die Mehrheit (62 Prozent) spart Beträge von 100 Euro oder mehr pro Monat, ein Viertel sogar mehr als 250 Euro. Würde dieses Geld gezielt in Fondssparpläne investiert, müsste sich die Republik weniger Sorgen um das Thema Altersarmut machen. Doch leider verfolgt laut Studie nur jeder Vierte eine konkrete Anlagestrategie. Tagesgeld und Festgeld sowie das Sparbuch stehen auf Platz 1 der beliebtesten Sparformen. Renditestarke Anlageformen, wie etwa Aktien oder Fonds, spielen nur eine untergeordnete Rolle. Wertpapiersparen wird von nur 19 Prozent der befragten Sparer genutzt. Bei denen, die regelmäßig in Sparpläne investieren, dominiert die Anlage in börsengehandelte Fonds (ETFs). Wenig überraschend: Sicherheit ist für mehr als die Hälfte der deutschen Anleger das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage, gefolgt von der Verfügbarkeit des Geldes und Rendite. Interessant ist dabei, dass sich viele Anleger im Klaren darüber sind, dass sie bessere Ergebnisse erzielen könnten.

Finanzbildung als Schlüssel für eine sinnvolle Geldanlage

Die Studienergebnisse liefern ein differenzierteres Bild vom Anlageverhalten in Deutschland vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines wirtschaftlich herausfordernden Umfelds. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Deutschland investieren wollen, aber nicht wissen, wie es richtig geht. Hier zeigt sich eine große Lücke beim Finanzwissen“, sagt Jörn Pyhel, der die Studie bei Ipsos verantwortet. Wie sehr mangelnde Finanzbildung ein Problem in Deutschland ist, wird an der Umfrageergebnissen in dramatischer Weise deutlich: Nur jeder zehnte Befragte gibt an, sich sehr gut mit Finanz- und Anlageprodukten auszukennen.

Anlageberatung ist gefragt…

Immerhin ist vielen Menschen bewusst, dass sie Hilfe bei der Geldanlage benötigen. Für jeden Zweiten (54 Prozent) ist eine umfassende Anlageberatung wichtig. Besonders der Generation Z (Geburtsjahrgänge 1997-2012) und den Millennials (1981-1996) ist eine umfassende Anlageberatung wichtig und sie planen, ihren Sparbetrag zu erhöhen. „Unsere Studie zeigt, dass vor allem die junge Generation Interesse am Sparen und an Beratungsangeboten hat“, so Pyhel. „Junge Menschen geben mehrheitlich an, dass sie ihre Sparbeiträge perspektivisch erhöhen wollen. Die Jüngeren haben also verstanden, dass gegen Altersarmut auch hilft, frühzeitig mit zielgerichtetem Sparen und Anlegen zu beginnen. Hilfreich kann es dabei sein, wenn sie vermehrt auf renditestärkere Anlageformen zurückgreifen. Unsere Studie zeigt allerdings auch klar: Das ist heute bei einer zu großen Anzahl von Menschen in Deutschland nicht der Fall“, ergänzt Pyhel.

…doch nur wenige Menschen gehen auf Berater zu

Zwar zeigen die Umfrageergebnisse, dass der Wille da ist, mehr für die eigene Altersvorsorge zu tun – und dies auch effektiver zu gestalten. Doch nur jeder Fünfte hat sich in den vergangenen zwölf Monaten beraten lassen. Wenn eine Beratung zur Geldanlage stattfindet, dann vor allem bei Bank- oder Finanzberatern sowie über Bank- und Finanzportale. Die Eigeninitiative bei der Suche nach einem passenden Finanzberater ist nicht besonders hoch.

Fazit: Es gibt viel zu tun für die Branche. Der Bedarf an Beratung ist hoch. Anlageberater müssen allerdings selbst aktiv werden. Viele Menschen schieben das Thema Geldanlage leider vor sich her.

https://www.fundresearch.de/studie/warum-viele-anleger-umfassend-beraten-werden-wollen.php

6 Milliarden Franken liegen auf vergessenen Schweizer Konti – so finden Sie Ihr Geld

900’000 Menschen wissen nicht, dass sie ein Freizügigkeitskonto haben. Die Beträge reichen von einem bis zu einer Million Franken.

Ein Telefongespräch kann reichen, um an sein Geld zu kommen. Geld, das auf einem der vielen vergessenen Freizügigkeitskonten liegt, die in den letzten Jahrzehnten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingerichtet wurden, wenn sie ihren Arbeitsplatz wechselten. «Es ist schwer zu glauben, aber man kann die Spur seines Geldes in der Schweiz verlieren», sagt Diego Rohner.

https://www.tagesanzeiger.ch/geld-auf-vergessenen-konti-nach-jobwechsel-verloren-605426137920

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Sicherungsfonds BVG

Das sind die besten Vermögensverwalter der Schweiz

Die Gewinner des Ratings sagen für 2024 ein gutes Börsenjahr voraus und geben ihre Favoriten preis.

Von Erich Gerbl

am 22.02.2024 – 06:00 Uhr

Quelle: BILANZ


Die Stimmung von Sybille Wyss korreliert eng mit den Aktienmärkten. Je stärker die Kurse an den Börsen fallen, desto mehr hat die Chefin des Basler Vermögensverwalters Tareno damit zu tun, Anrufe besorgter Kunden entgegenzunehmen.

Zwar ist die Lage an den Finanzmärkten etwas undurchsichtig, aber für Wyss gab es zuletzt wenig Erklärungsbedarf. «Wir sind schon schlechter ins Jahr gestartet. Das ist erfreulich», sagt die 39-Jährige. Grundsätzlich dürften die Kunden des Geldmanagers mit den Leistungen zufrieden sein. Im neuen Rating der besten Vermögensverwalter der Schweiz gehört Tareno zu den Gewinnern.

Zum 13.  Mal hat der Dienstleister Firstfive für BILANZ das Rating anhand echter Depots erstellt. Neben Tareno ragen Format Vermögen & Anlagen, Zugerberg Finanz und Everon heraus. Everon hat von der Erholung der Technologieaktien profitiert und mit 36,94 Prozent eine spektakuläre Performance in der dynamischen Kategorie hingelegt.

Wie man heute weiss, lagen sie falsch», sagt Matthias Hug, Managing Partner von Format Vermögen & Anlagen. Hug hat sich in dem Rating die Top-Position auf 24-Monats-Sicht gesichert und belegt in der 60-Monats-Wertung den zweiten Rang. Der in Zürich tätige Aargauer hat keinen typischen Werdegang.

Hug ist für seine Expertise bei Schweizer Aktien bekannt. Auf den ersten Blick hatte er im Vorjahr kein leichtes Spiel. Die Schweizer Börse entwickelte sich 2023 mit einem Plus von 3,8 Prozent (SMI) vergleichsweise schwach.

Das lag vor allem daran, dass die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche den Index am Boden hielten. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Chancen gab. So legte ein Viertel der Titel im SPI 2023 mehr als 20 Prozent zu. «Hatte man die richtigen Titel im Depot, war auch 2023 an der Schweizer Börse viel Geld zu verdienen», weiss Hug. Fünf seiner Positionen erzielten inklusive Dividende eine Rendite von mehr als 50 Prozent. VAT legte etwa 70 Prozent zu, Swissquote 55 Prozent. «2023 war klar ein Stockpicking-Jahr», sagt Matthias Hunn, Vertreter von Firstfive in der Schweiz. Firstfive hat für BILANZ 138 echte Kundendepots von 35 Teilnehmern ausgewertet.

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